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Orale Steroide Das Molekül ist so konstruiert, dass die sauren Magensäfte es nicht zerstören können.Es muss so aufgebaut sein, dass es im Magen-Darm Trakt absorbiert werden kann.Da das Medikament nach der Absorption im Magen-Darm Trakt zunächst in den portalen Blutkreislauf der Leber gerät bevor es mit dem Blut im ganzen Körper verteilt wird, müssen orale Zubereitungen anaboler Steroide den Abbauprozessen in den Leberzellen widerstehen können.Nach der Passage durch die Leber, dem leitungsfähigsten Entgiftungsorgan des Körpers, müssen die Steroidmoleküle noch ihre wichtigsten Eigenschaften ausweisen. Die Fähigkeit, sich mit den anabol-androgenen Rezeptoren in den Skelettmus-kelzellen zu verbinden und so die Proteinsynthese zu beschleunigen.Orale anabole Steroide haben kurze Halbwertzeiten, in der Regel betragen diese nur einige Stunden. Deshalb muss das Präperat, falls es als einziges Anabolikum benutzt wird, mehrmals am Tag eingenommen werden, um ausreichende Blutkon-zentration zu gewährleisten. Orale Steroide werden für gewöhnlich drei- bis viermal pro Tag genommen. Die Halbwert-zeit ist die Zeitspanne, in der die ursprüngliche Konzentration des Wirkstoffes im Blut auf die Hälfte reduziert wird.Orale Steroide werden von Sportlern bevorzugt eingesetzt und sind oft auch die Art von Steroiden, mit der zuerst experimentiert wird, ehe man zu injizierbaren Präperaten übergeht. Deshalb sind die meisten Untersuchungen zur Wirk-samkeit von Steroiden bei Sportlern mit oralen Präperaten durchgeführt worden.Häüfig eingesetzte orale Steroide in den USA sind "Anavar", "Winstrol", "Dianabol", "Maxibolin", "Halotestin" und "Adroyd". In Deutschland sind neben "Primbolan" und "Stromba" auf dem Schwarzmarkt auch viele Präperate aus Ostblock-staaten erhältlich. |
| Injizierbare Steroide auf Ölbasis Injizierbare Steroide auf Ölbasis weisen folgende Gemeinsamkeiten auf: Ihre Halbwertszeit ist erheblich länger als dieder normalen Steroide und der Steroide auf Wasserbasis. Normalerweise beträgt die Halbwertszeit anaboler Steroide auf Ölbasis ein bis drei Tage. Die intramuskuläre Injektion kann im Abstand von mehreren Tagen erfolgen, ohne das die Blutkonzentration nennenswert abnimmt.Die Trägersubstanz für das Steroid ist in den meisten Fällen ein Gemisch aus Sesamöl und Alkohol. Die Menge des Steroids in den Präperaten auf Ölbasis reicht für gewöhnlich von 25 bis 200 mg pro Kubikzentimeter (cc), verpackt sind die in Ampullen zu 1, 2, 5 oder 10 Milliliter (ml). Die Injektion erfolgt in den Gesäßmuskel und ist ein wenig schmerzhafter als die Injektion wasserlöslicher Steroide. Häufig werden zwei oder mehr Steroide auf Ölbasis in einer Injektion gemischt. Unter erfahrenen Steroidbenutzern ist die Kombination mitoralen Steroiden ("stacking") sehr populär. Steroide auf Ölbasis werden weniger oft im Zusammenhang mit Lebererkrankungen erwähnt als orale Steroide, doch dieser Umstand ist noch nicht abschließend geklärt. Steroide auf Ölbasis gelangen langsam von der Injektionsstelle imMuskel direkt in den Blutkreislauf, ohne zuvor wie orale Steroide die Leber passiert zu haben. Deshalb gelangen mehr Steroidmoleküle zu den Rezeptoren, ehe sie von der Leber abgebaut werden. Anabole Steroide auf Ölbasis werden oft falsch und ohne ausreichende Desinfektion des Spritzbestecks und/oder der Injektionsstelle verabreicht, zeitweilige oder andauernde Nervenlähmungen, Infektionen oder Lebererkrankungen sind die Folge. Bei einigen Menschen werden Steroide auf Ölbasis schlecht absorbiert: es entsteht ein Abzess an der Infektionsstelle, der ärztlichen Behandlung bedarf. Bedingt durch die langsame Absorption muss die Leber - verglichen mit oralen Präperaten - nur geringe Konzentration des Medikaments abbauen. Für injizierbarre Steroide existieren mehr Hersteller und mehr Präperate, was wohl darauf zurückgeführt werden kann, dass diese Präperate auch bei Tieren eingesetzt werden.Testosteronpropionat, Testosteroncypionat, Nadrolonphenpropionat ("Durabolin"), Nandrolondecanoat ("Deca Durabolin") und Mentenolonenantat ("Primbolan") sind die häufigsten verwendeten Steroide auf Ölbasis sowohl in den USA und als auch in Deutschland. |
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| Injizierbare Steroide auf Wasserbasis Injizierbare Steroide auf Wasserbasis weisen im allgemeinen folgende Merkmale auf: Die Halbwertzeiten gleichen eher denen der oralen Steroide. Die Injektion ist weniger unangenehm als bei Steroiden auf Ölbasis, da die Trägerflüssigkeit eine geringe Viskosität (Zähflüssigkeit) aufweist. Ihre Verwendung wird zunehmend populärer, da Sesamöl als Trägerflüssigkeit einen hohen Kalorienwert besitzt. Injizierbare Steroide auf Wasserbasis werden in geringen Stückzahlen hergestellt und sind daher nicht in gleicher Menge verfügbar wie die auf Ölbasis. In der Regel werden sie wegen der relativ kurzen Halbwertzeit jeden oder jeden zweiten Tag injiziert. Ihre Molekularstruktur ist in den meisten Fällen identisch mit denen der Steroide auf Ölbasis. Anabole Steroide auf Wasserbasis sind in der Kosten/Nutzen Kalkulation teurer als Steroide auf Ölbasis und können zusammen mit anderen Steroiden auf Wasserbasis in einer Spritze aufgezogen und verabreicht werden. Weit verbreitet ist auch die Kombination mit einem Vitamin B-12 Präperat auf Wasserbasis in derselben Spritze. Testosteron und Methandriol sind zwei der am häfigsten benutzten anabolen Steroide auf Wasserbasis. |
| Die Stacking Methode Das Stacking anaboler Steroide ist eine unter Sportlern übliche Technik. Zwei oder mehr Steroide werden miteinander kombiniert, also gleichzeitig eingenommen. Die Stacking-Praktiken sind in der Regel folgende: ~ die Einnahme von zwei oder mehr oralen Steroiden zu selben Zeit oder über den Tag verteilt ~ die Einnahme eines oralen Steroids, kombiniert mit einem injizierbaren Präperat auf Ölbasis ~ die Einnahme eines oralen Steroids, kombiniert mit mehreren injizierbaren Präperaten auf Ölbasis ~ Injektion eines oder mehrerer auf Ölbasis, mit der Injektion einer oder mehrerer auf Wasserbasis. Die Verwendung kleiner Dosen verschiedener Medikamente mit gleicher Wirkung ist in der Medizin allgemein üblich. Auf diese Weise sollen Nebenwirkungen minimiert und die Effektivität der Medikamente gesteigert werden. Beim Stacking annaboler Steroide könnte die Kombination kleiner Dosen mehrerer Präperate die Möglichkeit für das Auftreten von Leberfunktionsstörungen eher vermindern als etwa große Dosen einzelnen Präperats. Doch diese Annahme ist z.Z. noch reine Spekulation, ein wissenschaftlicher Beweis für die Richtigkeit dieser These ist noch nicht erbracht. Anderseits besteht wegen der weiten Verbreitung der Stacking-Technik unter Sportlern ein Bedarf für seriöse Forschung auf diesem Gebiet. Ein anderer Vorteil der Stacking könnte darin liegen, dass bei kleinen Dosen mehrerer Medikamente eine gesteigerte "Toleranz" eher gegeben ist als bei großen Dosen eines einzelnen Präperats. Gesteigerte Toleranz bedeutet, dass die Leber die einzelnen Steroide langsamer abbaut, da sie in jeweils nur kleinen Konzentrationen vorliegen. Dies würde dazu führen, dass kleine Dosen mehrerer Steroide eventuell über einen längeren Zeitraum eingenommen werden können, ohne dass ein Abnutzungseffekt auftritt. Doch auch diese Annahme ist im Moment noch rein spekulativ; die vorhandenen Untersuchungen an Sportlern zu dieser Problematik kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. |
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| Quelle: "Anabole Steroide"© - Novagenics Verlag |